KrASse NISIBIN Tour 2014
Lesung der Schachnovelle

ܚܰܕ̄ ܠܰܝܒܗ ܓ݂ܳܠܰܒ ܗ̄ܘܽ ܡܶܕܶܐ ܠܐ ܡܶܬ݂ܚܰܙܝܳܢܐ! ܚܰܕ̄ ܟܝܒܗ ܩܳܛܰܠ ܢܳܫ̈ܐ، ܐܶܠܐ ܠܐ ܗ̄ܘܽ ܐܰܠܳܗܐ ܕܟܳܥܳܝܰܫ ܐܱܦ݁ܗ. ܚܰܕ̄ ܟܝܒܗ ܡܰܡܷܬ݂ ܥܰܡܐ، ܐܶܠܐ ܣܳܟ ܠܐ ܗ̄ܝܺ ܪܘܚܰܝܕ݂ܗ.

Man kann das Unsichtbare nicht besiegen! Man kann Menschen töten, aber nicht den Gott, der in ihnen lebt. Man kann ein Volk bezwingen, doch nie seinen Geist.

Aus: Jeremias. Eine dramatische Dichtung in neun Bildern. Leipzig 1917


Über die Tour

Gemeinsam mit dem „Kreis Aramäischer Studierender“ (KrAS) Heidelberg möchte NISIBIN eine europaweite Lesetournee machen, um die Übersetzung der „Schachnovelle“ von Stefan Zweig einer breiten aramäischen Öffentlichkeit zu präsentieren. In verschiedenen aramäischen Gemeinden wird aus der Übersetzung vorgelesen und für die Verschriftlichung der gesprochenen aramäischen Sprache geworben.

Die Übersetzungstätigkeit ist enorm wichtig für unsere Gemeinschaft, um das Aramäische aus dem jahrhundertlangen Dornröschenschlaf der Alltags- und Haussprache in den Status einer modernen Schrift- und Literatursprache zu überführen. Die Übersetzungstätigkeit ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Texte der Weltliteratur auch in gesprochener aramäischer Sprache rezipiert und eine Reflexion sowie ein Nachdenken über die Themen der Weltliteratur in der aramäischen Sprache ermöglicht werden.

Wir freuen uns, mit Euch als interessierte Zuhörer und Leser im Rahmen unserer KrASsen NISIBIN Tour über unsere Tätigkeiten zum Beleben der Sprache, d. h. über die Literatur sowie über die standardisierte NISIBIN-Orthographie des Aramäischen, austauschen zu können. Wir bedanken uns bei unseren Ansprechpartnern in den Gemeinden und freuen uns auf weitere Einladungen.

Tourplakat  |  Flyer NISIBIN  |  Flyer KrAS

Terminplan

Datum Ort Adresse Uhrzeit
12. April Gütersloh Aramäischer Medienverein DE
Georgstraße 6
33330 Gütersloh
20 Uhr
13. April Dayro d’Mor Afrem Holland Glanerburgstraße 33
NL-7585 Pk. Glane/Losser
13 Uhr
03. Mai Heilbronn Saal der Syrisch-Orth. Kirche
Schlossstraße 149
74078 Heilbronn-Kirchhausen
18 Uhr
04. Mai Bietigheim Besigheimerstraße 12
74321 Bietigheim-Bissingen
16 Uhr
10. Mai Köln Saal der Syrisch-Orth. Kirche
Klosterstraße 79
50931 Köln
18 Uhr
11. Mai Wiesbaden Bürgersaal Galatea Anlage
Straße der Republik 17/19
65203 Wiesbaden-Biebrich
16 Uhr
24. Mai Dayro d’Mor Awgin Schweiz Klosterstraße 10
CH-6415 Arth
19 Uhr
07. Juni Berlin Gemeindesaal von Mor Jakob
Potsdamer Str. 95
10785 Berlin
18 Uhr
21. Juni Wien Quadenstraße 53
1220 Wien
20 Uhr
28. Juni Hamburg Gemeindesaal St. Maria und Shmuni
Winsenerstraße 187
21077 Hamburg
18 Uhr
29. Juni Delmenhorst Saal der Syrisch-Orth. Kirche
Elsflether Straße 2
27751 Delmenhorst
13 Uhr
12. Juli Neuburg Schleifmühlweg 26
86633 Neuburg Donau
18 Uhr
13. Juli Augsburg Johannes-Haag-Staße 20
86153 Augsburg
13 Uhr
11. Oktober Heilbronn Saal der Syrisch-Orth. Kirche
Schlossstraße 149
74078 Heilbronn-Kirchhausen
18 Uhr
12. Oktober Bietigheim-Bissingen Besigheimerstraße 12
74321 Bietigheim-Bissingen
16 Uhr
19. Oktober Leimen Kolpingstrasse 1
69181 Leimen
14 Uhr
TBA KrASses Abschlussfest in Heidelberg

Buchbesprechung

Die Schachnovelle bildet den Höhepunkt von Stefan Zweigs Novellenkunst. Die perfekt gebaute, spannende und psychologisch überzeugende Erzählung kulminiert in der Konfrontation von zwei Meistern des Schachspiels, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Die Novelle verschränkt kunstvoll eine Rahmenhandlung, die in dem Duell der beiden Schachmeister gipfelt, mit der Binnenerzählung des Dr. B. von seiner Inhaftung in Wien. Geschickt lässt Zweig durch das bewusst langsame und leidenschaftslose Schachspiel des stumpfsinnigen und habgierigen Weltmeisters bei Dr. B. dieselben Krankheitssymptome auftreten wie in der Gestapohaft und legt damit dem Leser nahe, zwischen dessen Geisteszustand und den nationalsozialistischen Terrormethoden Parallelen zu ziehen. Dr. B.s Abbruch der Partie symbolisiert somit auch die Hilflosigkeit des bürgerlichen Humanismus gegenüber dem faschistischen Ungeist.

Zusammenfassung

Auf einer Schiffsreise von New York nach Buenos Aires kommt der Ich-Erzähler dem arroganten Schachweltmeister Mirko Czentovic erst nahe, als sich dieser bereit erklärt, gegen alle Hobbyspieler gemeinsam eine Partie zu spielen. Als diese schon verloren scheint, greift ein Dr. B. in das Spiel ein und holt gegen Czentovic noch ein Remis heraus. Durch Dr. B.s seltsames Spielfieber neugierig gemacht, will der Ich-Erzähler mehr von ihm erfahren. Daraufhin berichtet ihm Dr. B. von seiner monatelangen Einzelhaft im Wiener Gestapo-Gefängnis, wo er dem Irrewerden nur dadurch entkam, dass er aus einem entwendeten Schachbuch Meisterpartien nachspielte. Als er danach begann, gegen sich selbst zu spielen, erlitt er eine Art »Schachvergiftung«, die in an den Rand des Wahnsinns brachte, aber auch seine Entlassung aus dem Gefängnis zur Folge hatte. Das Spiel gegen Czentovic war Dr. B.s erste Partie seither. Das zweite Spiel, das er allein gegen den Weltmeister spielt, gewinnt er souverän. Bei der Revanche zeigen sich allerdings wieder alle Symptome der »Schachvergiftung«, woraufhin Dr. B. das Spiel abbricht und keine Schachfiguren mehr anrühren will.

Pressestimmen

  • „Man kann tatsächlich keine dramatisch geglücktere und in ihrer Intensität fesselndere Bearbeitung des Stoffes vorstellen.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
  • „Eine Meisterpartie.“ (Süddeutsche Zeitung)
  • „Ein Klassiker der Weltliteratur, von höchster Spannung auch in diesem Medium.“ (Hessische Allgemeine)
  • „Zum Glück ist dieser Klassiker jetzt wieder käuflich zu erwerben.“ (Münchner Merkur)

Quelle: Amazon

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